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Urlaubslektüre: Was Google wirklich will

Wissen Sie, was Google mit dem Geld macht, das Sie bei AdWords für Werbung investieren? Forschen, Visionen spinnen, entwickeln. Über den Traum der Gründer Larry Page und Sergey Brin von einer besseren Welt:
Urlaubslektüre über Google abseits von AdWords

Zwei hochbegabte Studenten gründeten Google im Jahr 1998 in einer Garage und beschäftigen mittlerweile weltweit über 70.000 Mitarbeiter. Ihre Vision war „die Informationen der Welt zu organisieren und sie universal zugänglich und nutzbar zu machen“.

Geldmaschine für Forschung und Innovation

Im Jahr 2000 wurden die Google AdWords und somit die Geldmaschine des Konzerns geboren, die Gründer Larry Page und Sergey Brin sind mittlerweile Milliardäre, ihre Mitarbeiter freuen sich über tolle Gehälter und jede Menge Spielzeug, Gourmet-Food und Prestige in den legendären Google-Büros. Über 80 % der Umsätze weltweit generieren sie nur mit den Klicks auf Google AdWords Anzeigen. Ein Großteil des Geldes soll aber in Geheimlabore und ihre gewaltige Innovationsmaschine fließen, denn die Gründer sind Wissenschaftler mit noch größeren Visionen:

 

  • Projekt Loon: Unverwüstliche Wetterballons in der Stratosphäre sollen Internetzugang für alle herstellen – auch in den entlegendsten Winkeln der Welt.

 

  • Google Life Science soll die Gesundheitsvorsorge revolutionieren und unser Leben verlängern, indem Auslöser von Krankheiten erkannt werden, lange bevor Menschen Anzeichen bemerken. Kann der Traum ewiger Jugend wahr werden?

 

  • Robotik-Experten entwickeln neue digitalisierte Maschinenwelten, treiben die Automatisierung in vielen Industrien voran. Die Roboter werden immer schneller, kleiner und klüger. Sie können den Menschen Arbeiten abnehmen, die Präzision erfordern: Schweißarbeiten zum Beispiel, den Haushalt in Ordnung halten oder mühselige Aufgaben in der Medizin wie das Entfernen von Gewebe.

 

  • Drohnen sollen schnell und billig Baumaterial für schlecht ausgebaute Straßen und Saatgut in abgelegene Regionen und Entwicklungsländer liefern. Auch für verstopfte Straßen und in den smogverseuchten Metropolen Asiens sehen die Forscher eine Alternative im Lufttransport.

 

  • Fingernagelgroße Quantencomputer sollen Krebs heilen, Aktienkurse vorhersagen und neue Planeten entdecken.

 

  • Google Brain und Deep Learning: Computer sollen organische Intelligenz simulieren und „menschlicher agieren“. Somit könnten sie z.B. ganze Filme analysieren, ein Buch zusammenfassen und im nächsten Schritt „beginnen zu verstehen, wie Argumentation funktioniert, wie ein Gedanke zum nächsten führt, und wie verschiedene Gedanken sich unterstützen.“

 

  • Der führende Entwickler von Google Translate will „dem babylonischen Sprachgewirr der Menschheit ein Ende bereiten“. Die Maschinenübersetzung ist zwar noch immer sehr fehlerhaft, aber Google bleibt weiter dran.

 

  • Selbstfahrende Autos: Ziel ist die Zahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren und somit Menschenleben zu retten.

 

Google als Tochter der Alphabet Inc.

Um die Geschäftsbereiche klarer voneinander abzugrenzen, wurde 2015 die Holding Alphabet Inc. gegründet, in die Google mit dem Kerngeschäft Online- und Internetdienste als Tochter eingegliedert wurde. Vor allem Larry Page achtet darauf, dass die Kontrolle über Google niemals Aktionären überlassen wird. Der Konzern soll ein Vehikel für futuristische Ideen sein, wo er nicht nur hübsche Konsumgüter fabrizieren sondern echter Erfinder sein will.

Das Buch vermittelt eine neue Art der Unternehmens- und Personalführung und zeigt, was innovatives Denken bedeutet: Die meisten Unternehmen setzen sich als Ziel, ihre Produkte und Leistungen um 10 Prozent besser zu machen, damit sie der Konkurrenz das Wasser reichen können. Der Internetkonzern will Ideen umkrempeln, Leistungen um das 10-fache steigern, und das zwingt oft, Produkte komplett neu zu erfinden. Zudem ist „Trial & Error“ Programm, denn das Scheitern vieler Projekte ist einkalkuliert und scheint selten wirklich weh zu tun.

Pro und Contra der digitalen Innovationen

Sieben spannende Kapitel lang schreibt Autor Thomas Schulz über das Innenleben, die Entwicklungen und Pläne des Konzerns. In den letzten beiden Kapiteln kommt der Blick von außen, wo er auch die Kritiker zu Wort kommen lässt. „Datenschutz, Digitalisierung und die Deutschen: Der Kulturkampf um Google“ – allein der Titel spricht Bände. Deutsche Konzerne wie Siemens, zahlreiche Verlage und Spitzenpolitiker wie Vizekanzler Sigmar Gabriel sprechen von einem „digitalen Krieg um Daten“, „Angst vor der Allmacht von Google“ oder denken laut über eine Zerschlagung des Internetkonzerns nach.

Um transparenter zu erscheinen, das Image der Datenkrake und ultrakapitalitischen neoliberalen US-Konzerns zu dämpfen und die Europäer zu beruhigen hat Google eine eigene Abteilung eingerichtet, die seit 2015 der Österreicher Gerhard Eschelbeck leitet. Er soll verantwortlich für den „Schutz der Daten, die IT-Sicherheit und alle Fragen der Privatsphäre von Nutzern“ sein. Auch die Enthüllungen von Edward Snowden sollen einen Schalter umgelegt haben, denn seither läuft der interne Datenverkehr von Google verschlüsselt, um sich vom Zugriff des Geheimdienstes NSA abzuschirmen.

Ausblick

Das letzte Kapitel gewährt einen Ausblick und wirft ganz andere Fragen auf: Ist Google wirklich so stark, wie es scheint? Oder ist der Konzern das nächste Microsoft, das plötzlich von einem anderen Startup überrannt wird? Was sind die Chancen und Risken des Fortschritts in der Arbeitswelt, und welche Lösungen sind denkbar?

Schulz hat das Buch von vorne bis hinten extrem gut durchrecherchiert. Google-Skeptiker sind hier genauso gut aufgehoben wie jene, die sich für die Entwicklungen in der digitalen Welt begeistern. Verschwörungstheorien und Google Bashing aus Prinzip werden Sie hingegen nicht finden. Sorgfältig wägt er Pro und Contra ab, beschreibt Entwicklungen und Aufgaben von führenden Googlern, zitiert Kritiker und Befürworter des Konzerns. Seit 2008 lebt er als Wirtschaftskorrespondent für die deutsche Zeitschrift Spiegel in den USA und baut seit 2012 die Redaktionsvertretung im Silicon Valley auf. Dadurch ist er u.a. mit Google gut vernetzt und konnte auf wichtige Quellen für das Buch zugreifen.

Trotz harter Fakten eignet sich das Buch wunderbar als Strandlektüre. Ich habe es im Sommerurlaub selbst getestet. Nachdem ich zu lesen anfing, kam ich nicht mehr davon los, selbst wenn mir die Sonne auf den Kopf brannte.

Das Buch:

Cover: Was Google wirklich will von Thomas Schulz

Thomas Schulz
„Was Google wirklich will – Wie der einflussreichste Konzern der Welt unsere Zukunft verändert“
Penguin Verlag, 1. Auflage 2017
Taschenbuch 336 Seiten
ISBN 978-3-328-10143-7
EUR 10,30

 

Urlaubslektüre: Was Google wirklich will
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