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Finger weg von AdWords-Keilern

Neulich fragte mich die siebenundzwanzigste Person innerhalb eines Jahres, was ich von einer AdWords-Agentur halte, die ihr mit Hardselling-Methoden einen Vierjahres-Vertrag aufschwatzen will. Gar nichts halte ich davon. Vor allem, weil bereits Sammelklagen laufen.

Keiler im Suchmaschinenmarketing

Die Kaltakquise-Heinis am anderen Ende der Strippe kommen immer mit demselben Schmäh: „Guten Tag, Sie wollen mit Google AdWords Neukunden gewinnen? Wir suchen Referenzkunden, denen wir besonders günstige Konditionen anbieten…“ Tatsächlich gibt es diese Agentur für Suchmaschinenmarketing (SEM) schon seit vielen Jahren, und wirklich jedem scheinen ihre Verkäufer dasselbe zu sagen und das blaue vom Himmel zu versprechen.

Es empfiehlt sich, das Kleingedruckte im Vertrag genau zu lesen und sich beim Unterschreiben nicht unter Zeitdruck setzen zu lassen. Misstrauen ist jedenfalls angesagt, denn Unternehmer sind keine Konsumenten. Daher sind sie selber Schuld, wenn sie einen wassedichten Vierjahres-Vertrag unterschreiben, gegen den sie selbst mit Sammelklagen nicht ankommen – sagen die Richter.

Letztes Jahr besuchte ich das Business-Netzwerk BNI. In den ersten Wochen kamen bereits Kolleginnen und Kollegen auf mich zu, die in Google AdWords Kampagnen gefangen waren, die ihnen nicht die gewünschten Ergebnisse lieferten:

Christine

Christine bat mich einen Blick in ihre Google AdWords Kampagnen zu werfen. Sie zahlte jedes Monat 300 Euro ein – ohne die gewünschten Erfolge zu erzielen. Wir setzten uns also gemeinsam vor den Computer, und ich wollte mal sehen, was sich im Aktivitätenprotokoll ihres AdWords-Kontos tat. Keine Chance. Christine hatte keinen direkten Zugriff zu ihrem AdWords-Konto. Stattdessen hatte die SEM-Agentur eine eigene Benutzerfläche programmiert und vorgeschaltet, die dem Kunden nur die Daten lieferte, die er sehen „durfte“.

Christine wollte nach zwei Jahren den Vertrag kündigen. Keine Chance.

Dagmar

Auch Dagmar hatte es satt, jedes Monat 300 Euro bei besagter Agentur einzuwerfen, ohne die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Außerdem ärgerte sie sich, weil ihre AdWords-Anzeigen nicht ihre eigene Webadresse enthielten, sondern eine Weiterleitungs-URL, die bei Hunderten anderen ebenfalls aufschien.

Dagmar wollte der Agentur vorschlagen, zumindest die Google-Klickkosten zu stoppen und das Betreuungsentgelt weiter zu zahlen. Keine Chance. Das finde ich besonders seltsam, denn das Google Tagesbudget kann wirklich jederzeit von einer Minute auf die nächste gestoppt werden. Und die Klickkosten muss die Agentur ohnehin 1:1 an Google abliefern. Also kann es ihr egal sein, ob das Tagesbudget weiterläuft oder nicht.

Jürgen

Jürgen reichte es nach einiger Zeit ebenfalls, und er verweigerte weitere Zahlungen an besagte Agentur für Suchmaschinenmarketing. Daraufhin wurde er verklagt. Jürgen tat sich mit mehreren Betroffenen und einem Rechtsanwalt zusammen und startete seinerseits eine Sammelklage. Leider keine Chance.

Fazit:

Christine, Dagmar und Jürgen sind keine Einzelfälle. Ständig kommen Leute auf mich zu, die entweder aus diesen Knebelverträgen nicht rauskommen oder gerade von einem AdWords-Keiler beschwatzt wurden und mich um Rat fragen. Daher schriftlich meine Tipps:

  • Unterschreiben Sie keine Verträge, die Sie länger als ein Jahr binden. Bei kleinen AdWords-Projekten, kleinen Unternehmen und EPUs reichen auch 3 Monate vollkommen aus.
  • Bestehen Sie auf Transparenz und direkten Zugriff zu Ihrem Google AdWords Konto – am besten Administrator-Zugriff.
  • Fallen Sie auf den Referenzkunden-Schmäh nicht herein.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre AdWords-Anzeigen Ihre eigene Webadresse enthalten und keine fremde Umleitungs-URL.
  • In unserem Metier herrscht Fachkräftemangel. Bei einer SEM-Agentur, die auf Kaltakquise angewiesen ist, stimmt etwas nicht.

Da mir zu diesem Thema noch jede Menge einfällt, folgt demnächst eine knackige Fortsetzung. Z.B.: Welche kostengünstigen Alternativen gibt es zu den SEM-Keilern? Und was können Sie von einer vernünftigen SEM-Agentur erwarten?

Finger weg von AdWords-Keilern
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