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Social Networks sind die neue Gewerkschaft

Gewerkschaften analysieren die Wirkung von Social Media, und ihre Facebook-Seiten dümpeln unscheinbar vor sich hin. Inzwischen starten Journalisten Massenproteste im Netz, lassen die deutsche Arbeitsministerin einschreiten und zwingen Großunternehmen wie Amazon, ihre Arbeitsbedingungen zu ändern. Werden gelegentliche Shitstorms auf Facebook, Youtube & Co die Gewerkschaften ersetzen?

Achtungschild "Shitstorm!"

„Jede Generation entwickelt eigene Kommunikations- und Aktionsformen. Das irritiert manchmal die Älteren. Ich sage: Wenn wir junge Menschen beteiligen wollen, dann müssen wir diese Irritationen aushalten.“ Nette Aussage, die der deutsche Gewerkschaftsführer Berthold Huber im Jänner 2012 am Gewerkschaftstag von sich gab. Er hielt ein Zukunftsreferat zum Thema „Soziale Bewegungen und Social Media – und Gewerkschaften?!“

Und dann startet im Februar 2013 der gewaltige Shitstorm gegen Amazon im Internet, zerrt Missstände vor die Kameras und breitet sie vor der Öffentlichkeit im Internet aus. Amazon kündigt innerhalb weniger Tage die Zusammenarbeit mit Leiharbeits- und Security-Unternehmen. Hilflos sieht der Großkonzern den wüsten Beschimpfungen auf seiner Facebook-Seite zu, Kunden kündigen massenhaft ihre Amazon-Konten, das Image ist schwer demoliert. Und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen schreitet höchstpersönlich ein.

Auslöser der Massenproteste waren Journalisten. Sie wussten, wie Soziale Medien funktionieren und bedienten sie einfach. Irritationen dieser Art kämen den Gewerkschaften sehr entgegen. Aber statt die Wellen der Social Networks zu reiten, bleiben sie in theoretischen Analysen stecken und beteuern, dass sie eh mit den Jungen mithalten wollen.

Die klassischen Gewerkschaften bröckeln. Aber solange es Missstände gibt, wird es auch Leute geben, die schlagkräftig dagegen vorgehen. Bleibt abzuwarten, welche neuen Bewegungen in den Social Networks entstehen. Angesichts von weltweitem Menschen- und Kindersklavenhandel brauchen wir sie dringend.

Amazon ist kein Einzelfall. Da gäbe es z.B. auch KiK und Zalando oder die Kakaoplantagen mit Kindersklaven an der Elfenbeinküste. Auch dazu gibt es aufrüttelnde Videos.
Voilá, eine Auswahl:

Doku: Ausgeliefert – Leiharbeiter bei Amazon

Wie Zalando und Co. seine Mitarbeiter ausbeutet

Die KiK Story – Die miesen Methoden des Textildiscounters

Kindersklaven schuften für Nestle & CO.

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